LADW - Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Morning Brief

Ausgabe Mittwoch, 15. Juli 2026  ·  Lesezeit 1 - 5 Min

Edition Wednesday, 15 July 2026  ·  Reading time 1 - 5 min

Top NewsTop news

01Update: Trump zieht die Hormuz-Gebühr nach Protesten deutscher Reeder und der IMO zurück, doch die US-Blockade gegen Iran bleibt bestehen; Iran greift zwei Tanker an, ein Toter. Geopolitik 01Update: Trump withdraws the Hormuz toll after protests from German shipowners and the IMO, but the US blockade on Iran stays in place; Iran strikes two tankers, one dead. Geopolitics 02Neuer Stand: Heute läuft die gesetzliche Frist für die US-Entscheidung über einen 25-Prozent-Strafzoll gegen Brasilien ab, eine Bekanntgabe steht noch aus. Brasilien 02Update: today the statutory deadline expires for the US decision on a 25 percent punitive tariff against Brazil, an announcement is still pending. Brazil 03Für Mitglieder: VW-Chef Blume nennt erstmals eine Zahl, bis zu 50.000 weitere Stellen und vier deutsche Werke stehen zur Disposition. Mitglieder 03For members: VW CEO Blume names a figure for the first time, up to 50,000 further jobs and four German plants are on the table. Members 04China meldet Rekord-Handelsüberschuss mit der EU, Brüssel warnt, Dialog allein werde nicht mehr reichen. Geopolitik 04China reports a record trade surplus with the EU, Brussels warns that dialogue alone will no longer suffice. Geopolitics 05Neuer Stand: De la Espriella hält an Vereidigung in einer Kaserne fest, das letzte Wort liegt beim neuen Kongress. Kolumbien 05Update: De la Espriella insists on being sworn in at a military garrison, the final word rests with the new Congress. Colombia 06Für Mitglieder: Hapag-Lloyd hebt Jahresausblick deutlich an und bereitet schrittweise Rückkehr zum Suezkanal vor. Mitglieder 06For members: Hapag-Lloyd raises its full-year outlook sharply and prepares a gradual return to the Suez Canal. Members 07Für Mitglieder: Siemens Energy wird zu „Omterra", eigenständiger Markenname löst die Siemens-Lizenz ab. Mitglieder 07For members: Siemens Energy becomes "Omterra," an independent brand replaces the Siemens licence. Members

MeldungenBriefings

GeopolitikGeopoliticsRisikoRisk

Update: Trump zieht die Hormuz-Gebühr nach Protesten deutscher Reeder und der IMO zurück, doch die US-Blockade gegen Iran bleibt bestehen; Iran greift zwei Tanker an, ein Toter.

Update: Trump withdraws the Hormuz toll after protests from German shipowners and the IMO, but the US blockade on Iran stays in place; Iran strikes two tankers, one dead.

Warum relevant: Die Kehrtwende beseitigt die unmittelbare Zollgefahr für die Schifffahrt, doch die Blockade selbst und Irans fortgesetzte Angriffe halten den Ölpreis auf dem höchsten Stand seit Mitte Juni und lassen den Schiffsverkehr durch die Meerenge um mehr als die Hälfte einbrechen. Für die deutsche Industrie bedeutet das anhaltend hohe Energiekosten, volatile Frachtraten und weiter gestörte Lieferketten, gerade in dem Moment, in dem eine Entspannung erhofft worden war.

Why it matters: The reversal removes the immediate toll threat to shipping, but the blockade itself and Iran's continued attacks keep oil at its highest level since mid-June and have cut traffic through the strait by more than half. For German industry this means persistently high energy costs, volatile freight rates and continued supply-chain disruption, just when a de-escalation had been hoped for.

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Kontext

Context

Was ist neu: Nachdem Präsident Trump am 13. Juli eine 20-prozentige Gebühr auf jede Fracht durch die Straße von Hormus angekündigt hatte und die US-Blockade gegen iranische Häfen am 14. Juli um 16 Uhr Ostküstenzeit in Kraft trat, zog Trump die Gebühr am 14. Juli nach eigenen Angaben nach „sehr produktiven Gesprächen" mit den Golfstaaten zurück, direkte Handels- und Investitionsabkommen mit den USA sollen an ihre Stelle treten. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder, Martin Kröger, kritisierte, kein einzelner Staat solle den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen; die Weltschifffahrtsorganisation IMO verwies auf das Völkerrecht, wonach die Durchfahrt zoll- und gebührenfrei bleiben müsse. Auch Iran wies den US-Anspruch auf die Meerenge zurück. Die Revolutionsgarden griffen zwei Tanker in der Straße an (laut ADNOC die Schiffe „Mombasa" und „Al Bahiyah"), ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, acht wurden verletzt; zugleich griff Iran erneut Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien an, in der dritten Nacht in Folge mit US-Angriffen auf iranische Ziele. Brent-Rohöl lag am 15. Juli bei 85,92 US-Dollar, dem höchsten Stand seit 15. Juni, nach einem Sprung von 9,6 Prozent am 13. Juli, dem größten Tagesgewinn seit Mai 2020. Der Schiffsverkehr durch die Straße brach von Freitag bis Sonntag um mehr als 50 Prozent gegenüber der Vorwoche ein (57 Durchfahrten, MarineTraffic). Außenminister Wadephul bekräftigte zuletzt, die freie Durchfahrt durch Hormus unter Völkerrecht sei nicht verhandelbar, Deutschland werde sich aber nicht an einer militärischen Absicherungsmission beteiligen.

What is new: after President Trump announced a 20 percent fee on all cargo transiting the Strait of Hormuz on 13 July and the US blockade of Iranian ports took effect on 14 July at 4pm Eastern time, Trump withdrew the fee on 14 July, citing "highly productive conversations" with Gulf states; direct trade and investment deals with the US are meant to take its place instead. The head of the German Shipowners' Association (VDR), Martin Kröger, criticised the move, saying no single state should unilaterally make free access to an international waterway conditional on fees; the International Maritime Organization (IMO) noted that under international law passage must remain free of duties and fees. Iran likewise rejected the US claim over the strait. The Revolutionary Guards struck two tankers in the strait (according to ADNOC, the vessels "Mombasa" and "Al Bahiyah"), killing one crew member and wounding eight; Iran also struck targets in Bahrain, Kuwait and Jordan again, in a third consecutive night of US strikes on Iranian targets. Brent crude stood at 85.92 US dollars on 15 July, the highest level since 15 June, after a 9.6 percent jump on 13 July, the biggest daily gain since May 2020. Traffic through the strait fell more than 50 percent from Friday to Sunday compared with the prior week (57 transits, MarineTraffic). Foreign Minister Wadephul recently reiterated that free passage through Hormuz under international law is non-negotiable, but Germany will not take part in a military escort mission.

Für Mitglieder

What it means for members

Mitglieder mit Golf-, Energie- oder Reederei-Bezug, allen voran Hapag-Lloyd, sollten sich weiter auf volatile Frachtraten, hohe Versicherungsprämien und schwankende Rohölpreise einstellen; die zurückgezogene Gebühr mindert das unmittelbare Kostenrisiko, doch die anhaltende Blockade und das Konfliktrisiko bleiben ein Belastungsfaktor für energieintensive Industrien und Lieferketten mit Golf-Bezug.

Members with Gulf, energy or shipping exposure, first and foremost Hapag-Lloyd, should continue to brace for volatile freight rates, high insurance premiums and swinging crude prices; the withdrawn fee reduces the immediate cost risk, but the ongoing blockade and conflict risk remain a burden for energy-intensive industries and Gulf-linked supply chains.

Quellen

Sources

NPR: The US is back to blockading Iran as the Strait of Hormuz standoff escalates (14.7.) →Bloomberg: Trump Backs Off 20% Fee for Strait of Hormuz Shipments (14.7.) →Al Jazeera: Trump pivots from 20 percent Strait of Hormuz fee amid Iran war escalation (14.7.) →WirtschaftsWoche: Iran-Krieg, Trump rückt von Hormus-Gebühr ab, Blockade gegen Iran bleibt →Al Jazeera: Oil hits 1-month high as US-Iran fighting clouds Strait of Hormuz outlook (14.7.) →

BrasilienBrazilRisikoRisk

Neuer Stand: Heute läuft die gesetzliche Frist für die US-Entscheidung über einen 25-Prozent-Strafzoll gegen Brasilien ab, eine Bekanntgabe steht noch aus.

Update: today the statutory deadline expires for the US decision on a 25 percent punitive tariff against Brazil, an announcement is still pending.

Warum relevant: Sollte der Zoll wie angedroht in Kraft treten, träfe er rund 4.100 brasilianische Zolllinien im Wert von etwa 15 Milliarden US-Dollar, darunter Maschinenbau- und Industrieprodukte; für deutsche Unternehmen mit Brasilien-Geschäft wäre das ein unmittelbarer Wettbewerbs- und Kostenschock. Unabhängig vom Ausgang zeigt der Streit, wie sehr US-Handelspolitik derzeit die Planungssicherheit für Lateinamerika-Investitionen untergräbt.

Why it matters: Should the tariff take effect as threatened, it would hit roughly 4,100 Brazilian tariff lines worth about 15 billion US dollars, including machinery and industrial goods; for German companies doing business in Brazil this would be an immediate competitiveness and cost shock. Regardless of the outcome, the dispute shows how much US trade policy is currently undermining planning certainty for Latin America investment.

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Kontext

Context

Was ist neu: Der US-Handelsbeauftragte (USTR) hatte am 1. Juni festgestellt, brasilianische Praktiken bei digitalem Handel und Zahlungsverkehr (Pix), Vorzugszöllen, Korruptionsbekämpfung, geistigem Eigentum, Ethanol-Marktzugang und illegaler Entwaldung seien unangemessen, und einen 25-Prozent-Zoll auf rund 4.100 Zolllinien vorgeschlagen (rund 1.600 Ausnahmen, unter anderem Kaffee, Rindfleisch, Orangensaft, Zivilflugzeugteile; bereits mit Section-232-Zöllen belegte Waren wie Stahl, Aluminium und Kupfer sind ausgenommen). Die Kommentarfrist endete am 1. Juli, die Anhörung fand am 6. Juli statt, die gesetzliche Entscheidungsfrist läuft heute, am 15. Juli, ab. USTR-Chef Jamieson Greer erklärte zuletzt, es bestehe weiterhin erhebliche Distanz zwischen beiden Seiten und eine Entscheidung stehe „sehr bald" bevor. Präsident Lula hält an der bisherigen Verhandlungsstrategie fest, lehnt Zugeständnisse bei Pix und Ethanol ab und hat am 15. Juli das neue brasilianische Gegenseitigkeitsgesetz in Kraft gesetzt, das als rechtliche Grundlage für mögliche Gegenmaßnahmen dient. Der Industrieverband CNI, AmCham Brasilien und die US-Handelskammer hatten zuvor gemeinsam einen zweistufigen Deal vorgeschlagen, um den Zoll noch abzuwenden. Eine separate US-Untersuchung zu Zwangsarbeitspraktiken in 60 Volkswirtschaften, Brasilien eingeschlossen, mit einem möglichen weiteren Zoll von bis zu 12,5 Prozent, soll am 24. Juli abgeschlossen werden.

What is new: on 1 June the US Trade Representative (USTR) determined that Brazilian practices around digital trade and payments (Pix), preferential tariffs, anti-corruption enforcement, intellectual property, ethanol market access and illegal deforestation were unreasonable, and proposed a 25 percent tariff on roughly 4,100 tariff lines (about 1,600 exemptions, including coffee, beef, orange juice, civil aircraft parts; goods already subject to Section 232 tariffs such as steel, aluminium and copper are excluded). The comment period closed on 1 July, the hearing was held on 6 July, and the statutory decision deadline expires today, 15 July. USTR chief Jamieson Greer recently said significant distance remains between the two sides and that a decision was coming "very soon." President Lula is sticking with the negotiating strategy pursued so far, rejecting concessions on Pix and ethanol, and on 15 July brought Brazil's new Economic Reciprocity Law into force as the legal basis for possible countermeasures. Industry association CNI, AmCham Brazil and the US Chamber of Commerce had jointly proposed a two-stage deal to head off the tariff. A separate US forced-labour investigation spanning 60 economies, including Brazil, with a possible additional tariff of up to 12.5 percent, is due to conclude on 24 July.

Für Mitglieder

What it means for members

Mitglieder mit Brasilien-Exposure in Maschinenbau, Industriegütern oder Zulieferketten sollten den Ausgang der heutigen Entscheidung engmaschig verfolgen und Szenarien für einen möglichen 25-Prozent-Zoll auf betroffene Warengruppen vorbereiten; Kaffee, Rindfleisch und Zivilflugzeugteile blieben nach bisherigem Stand ausgenommen.

Members with Brazil exposure in machinery, industrial goods or supply chains should closely track the outcome of today's decision and prepare scenarios for a possible 25 percent tariff on affected goods categories; coffee, beef and civil aircraft parts remained exempt under the current proposal.

Quellen

Sources

USTR: Section 301 Determination on Brazil's Unreasonable Acts, Policies, and Practices (1.6.) →Federal Register: Notice of Determination Concerning Action Pursuant to Section 301, Brazil (4.6.) →Rio Times: Brazil Braces for Trump's Tariff as July 15 Deadline Lands →Poder360: Governo tenta nova reunião com EUA antes de decisão sobre tarifas →

MitgliederMembersRisikoRisk

Für Mitglieder: VW-Chef Blume nennt erstmals eine Zahl, bis zu 50.000 weitere Stellen und vier deutsche Werke stehen zur Disposition.

For members: VW CEO Blume names a figure for the first time, up to 50,000 further jobs and four German plants are on the table.

Warum relevant: Damit rückt eine Größenordnung von bis zu 100.000 Stellenstreichungen konzernweit in greifbare Nähe, getrieben von schwacher E-Auto-Nachfrage, chinesischer Konkurrenz und US-Zöllen. Als Vorsitzender-Unternehmen des LADW ist Volkswagens Restrukturierungskurs ein Signal für die Ernsthaftigkeit des Anpassungsdrucks auf die gesamte deutsche Automobilindustrie und ihre Lateinamerika-Standorte.

Why it matters: This brings a magnitude of up to 100,000 job cuts group-wide within tangible reach, driven by weak EV demand, Chinese competition and US tariffs. As the company chairing the LADW, Volkswagen's restructuring course signals how serious the adjustment pressure is across the entire German auto industry and its Latin America operations.

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Kontext

Context

Was ist neu: Konzernchef Oliver Blume nannte intern erstmals eine konkrete Größenordnung: Ohne Eingriffe bei den Arbeitskosten drohten bis zu 50.000 weitere Stellenstreichungen weltweit, zusätzlich zu den bereits vereinbarten 50.000 Stellen, macht in Summe bis zu 100.000. Hintergrund ist, dass die Verwaltungs- und Infrastrukturkosten bei VW nach Konzernangaben noch rund 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen liegen; die tatsächliche Zahl könnte niedriger ausfallen, sollten Beschäftigte Zugeständnisse etwa bei Löhnen oder Arbeitszeiten machen. Vier Werke in Deutschland gelten als gefährdet: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm mit zusammen rund 40.000 Beschäftigten. Der Konzernabsatz war im zweiten Quartal 2026 um 8,6 Prozent auf rund 2,08 Millionen Fahrzeuge gefallen, die China-Auslieferungen brachen um mehr als ein Drittel ein (424.300 Einheiten). Die Halbjahreszahlen werden am 24. Juli veröffentlicht. Für Lateinamerika hält VW dagegen an Wachstumsplänen fest, darunter eine Investition von rund 580 Millionen US-Dollar in ein neues Pick-up-Modell im argentinischen Werk Pacheco (Produktionsstart 2027) sowie 21 neue Modelle für die Region bis 2028.

What is new: group CEO Oliver Blume named a concrete magnitude internally for the first time: without changes to labour costs, up to 50,000 further jobs worldwide are at risk, on top of the 50,000 already agreed, adding up to as many as 100,000 in total. The background is that VW's administrative and infrastructure costs are still roughly 20 percent above the average of comparable companies, according to the group; the actual number could be lower if employees make concessions on pay or working hours. Four plants in Germany are considered at risk: Hannover, Emden, Zwickau and the Audi plant in Neckarsulm, together employing roughly 40,000 people. Group deliveries fell 8.6 percent to around 2.08 million vehicles in the second quarter of 2026, with China deliveries down more than a third (424,300 units). Half-year results are due on 24 July. For Latin America, by contrast, VW is sticking with growth plans, including an investment of roughly 580 million US dollars in a new pick-up model at the Pacheco plant in Argentina (production start 2027) and 21 new models for the region by 2028.

Für Mitglieder

What it means for members

Für Mitglieder mit Zuliefer- oder Werksbeziehungen zu Volkswagen in Deutschland sind die Entwicklungen an den vier genannten Standorten in den kommenden Wochen ein zentraler Frühindikator, während das Lateinamerika-Geschäft, anders als der Kernkonzern in Europa, weiterhin auf Wachstum programmiert bleibt.

For members with supplier or plant relationships to Volkswagen in Germany, developments at the four named sites over the coming weeks are a key early indicator, while the Latin America business, unlike the core group in Europe, remains geared toward growth.

Quellen

Sources

Tagesspiegel: VW-Chef nennt intern Zahlen, Blume droht Beschäftigten mit Abbau von 50.000 Stellen →20 Minuten: VW-Stellenabbau, Konzernchef Blume nennt erstmals 50'000 bedrohte Jobs →onvista: Wochenvorschau, Termine bis 27. Juli 2026 (VW-Halbjahresbericht 24.7.) →Volkswagen Newsroom: Volkswagen brand invests one billion euros for growth in South America →

GeopolitikGeopoliticsRisikoRisk

China meldet Rekord-Handelsüberschuss mit der EU, Brüssel warnt, Dialog allein werde nicht mehr reichen.

China reports a record trade surplus with the EU, Brussels warns that dialogue alone will no longer suffice.

Warum relevant: Der wachsende Exportüberschuss, getrieben von Halbleitern, Seltenen Erden, Autos und Schiffen, verschärft den Handelskonflikt zwischen Brüssel und Peking genau in dem Moment, in dem die EU eine Verschärfung ihrer Maßnahmen vor einer Oktober-Frist ankündigt; für die deutsche Industrie steigt damit das Risiko weiterer Handelsbarrieren und anhaltender Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen.

Why it matters: The growing export surplus, driven by semiconductors, rare earths, cars and ships, is sharpening the trade conflict between Brussels and Beijing just as the EU signals it will toughen its measures ahead of an October deadline; for German industry this raises the risk of further trade barriers and continued dependence on critical raw materials.

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Kontext

Context

Was ist neu: Chinas Exporte stiegen im Juni um 27 Prozent gegenüber Vorjahr auf ein Rekordniveau von 412 Milliarden US-Dollar, die Importe legten um 36 Prozent zu. Der Handelsüberschuss mit der EU allein stieg im Juni um 27 Prozent auf 32,9 Milliarden US-Dollar; für das laufende Jahr bewegt sich das EU-Defizit gegenüber China auf einem Rekordkurs von umgerechnet rund einer Milliarde Euro pro Tag. Getrieben wird das Wachstum unter anderem von Halbleitern, Seltenen Erden, Autos und Schiffen, teils angetrieben durch einen Vorzieheffekt vor erwarteten US-Zollerhöhungen. Der stellvertretende Generaldirektor Handel der EU-Kommission, Denis Redonnet, erklärte gegenüber Europaabgeordneten, Dialog allein werde nicht reichen, die EU wolle ihre Maßnahmen gegen chinesische Importe vor einer Frist im Oktober verschärfen. Zum Vergleich bleibt der Kontext: Rund 65 Prozent der deutschen Rohseltenerdimporte und über 90 Prozent der Permanentmagnete für Auto- und Windindustrie stammen aus China; die EU-Initiative RESourceEU zur gemeinsamen Beschaffung und Bevorratung sowie deutsche Projekte wie das Magnet-Recycling in Pforzheim und Bitterfeld bleiben die wichtigste politische Antwort.

What is new: China's exports rose 27 percent year on year in June to a record 412 billion US dollars, imports climbed 36 percent. The trade surplus with the EU alone rose 27 percent in June to 32.9 billion US dollars; for the year so far, the EU's deficit with China is on a record pace of roughly one billion euros a day. Growth is driven partly by semiconductors, rare earths, cars and ships, in part reflecting a rush to beat expected US tariff increases. The European Commission's Deputy Director-General for Trade, Denis Redonnet, told MEPs that dialogue alone would not suffice and that the EU intends to toughen its measures against Chinese imports ahead of an October deadline. For context: roughly 65 percent of Germany's raw rare-earth imports and more than 90 percent of permanent magnets for the auto and wind industries come from China; the EU's RESourceEU joint-purchasing and stockpiling initiative and German projects such as magnet recycling in Pforzheim and Bitterfeld remain the main policy response.

Für Mitglieder

What it means for members

Mitglieder mit China-Exposure in Halbleitern, Automobil oder Rohstoff-Lieferketten sollten die für Oktober angekündigte Verschärfung der EU-Maßnahmen als Planungshorizont im Blick behalten und die eigene Abhängigkeit von chinesischen Seltenerd-Importen laufend prüfen.

Members with China exposure in semiconductors, automotive or raw-material supply chains should keep the EU's toughened measures announced for October on their planning horizon, and continue to review their own dependence on Chinese rare-earth imports.

Quellen

Sources

Bloomberg: China's Exports, Imports Soar Faster Than Forecast Amid AI Rush (14.7.) →Bloomberg: China's Trade Surplus With EU Hits Record as Tensions Intensify (14.7.) →Euronews: Brussels warns dialogue with China will not suffice (14.7.) →

KolumbienColombiaRisikoRisk

Neuer Stand: De la Espriella hält an Vereidigung in einer Kaserne fest, das letzte Wort liegt beim neuen Kongress.

Update: De la Espriella insists on being sworn in at a military garrison, the final word rests with the new Congress.

Warum relevant: Der ungelöste Streit um Ort und Form der Amtseinführung verlängert die politische Unsicherheit über den Machtwechsel am 7. August und bindet Kapazitäten der künftigen Regierung, während der scheidende Präsident Petro parallel zu Kundgebungen mobilisiert; für Mitglieder mit Kolumbien-Geschäft bleibt das ein Risikofaktor für die Kontinuität wirtschaftspolitischer Signale.

Why it matters: The unresolved dispute over the location and form of the inauguration prolongs political uncertainty around the 7 August transfer of power and ties up the incoming government's bandwidth, while outgoing President Petro simultaneously mobilises for rallies; for members with business in Colombia this remains a risk factor for the continuity of economic-policy signals.

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Kontext

Context

Was ist neu: Präsident Petro hat die Nutzung militärischer Einrichtungen für die Amtseinführung untersagt, doch der gewählte Präsident Abelardo De la Espriella bekräftigte am 14. Juli erneut, er werde den Amtseid in einer Kaserne im Süden Kolumbiens ablegen, um „den Helden der Nation" Tribut zu zollen, und wiederholte dies auch gegenüber dem Kongress. Nach Angaben des Senatssekretärs liegt die Entscheidung rechtlich beim neu gewählten Kongress, der am 20. Juli zusammentritt; dieser muss per Beschluss in beiden Kammern eine Sitzung außerhalb des Kapitols in Bogotá billigen. Ein zuvor beim Staatsrat eingereichter Nichtigkeitsantrag der Petro-nahen Bewegung Pacto Histórico gegen De la Espriellas Wahl war bereits am 10. Juli aus formalen Gründen nicht zugelassen worden. De la Espriella hat zudem angekündigt, mehrere Beratungsgremien und Behörden der Präsidentschaft abzuschaffen, und am 13. Juli María Nohemí Arboleda, bisherige Chefin des Netzbetreibers XM, ohne politische Vorerfahrung als künftige Bergbau- und Energieministerin benannt. Petro ruft für den 20. Juli zu Kundgebungen auf, die er als Verteidigung seiner Sozialreformen und als informellen Abschied vom Amt bezeichnet.

What is new: President Petro has banned the use of military facilities for the inauguration, but president-elect Abelardo De la Espriella reaffirmed on 14 July that he will take his oath at a garrison in southern Colombia to pay tribute to "the heroes of the nation," and repeated this to Congress as well. According to the Senate secretary, the decision legally rests with the newly elected Congress, which convenes on 20 July and must approve, by resolution in both chambers, a session held outside the Capitol in Bogotá. A nullity suit filed earlier with the Council of State by the Petro-aligned Pacto Histórico movement against De la Espriella's election had already been rejected on procedural grounds on 10 July. De la Espriella has also announced he will abolish several presidential advisory bodies and agencies, and on 13 July named María Nohemí Arboleda, until now head of grid operator XM, with no prior political experience, as incoming minister of mines and energy. Petro is calling for rallies on 20 July, which he describes as defending his social reforms and as an informal farewell from office.

Für Mitglieder

What it means for members

Mitglieder mit Kolumbien-Geschäft, insbesondere im Energiesektor, sollten die neue Ministerin Arboleda als zentrale Ansprechpartnerin für Investitionsfragen im Blick behalten und den 20. Juli als nächsten Stichtag für eine mögliche Klärung des Übergabestreits vormerken.

Members with business in Colombia, particularly in the energy sector, should keep the new minister, Arboleda, on their radar as the key contact for investment questions, and note 20 July as the next date that could clarify the handover dispute.

Quellen

Sources

Infobae: De la Espriella reafirma su intención de tomar posesión en una guarnición militar (14.7.) →Infobae: El trámite que debe hacer el Congreso para avalar la posesión presidencial fuera de Bogotá (14.7.) →MercoPress: Petro prohíbe usar cuarteles para la posesión y De la Espriella insiste en hacerla igual (14.7.) →El Tiempo: Abelardo De la Espriella designa como ministra de Minas a María Nohemí Arboleda (13.7.) →

MitgliederMembersChanceOpportunity

Für Mitglieder: Hapag-Lloyd hebt Jahresausblick deutlich an und bereitet schrittweise Rückkehr zum Suezkanal vor.

For members: Hapag-Lloyd raises its full-year outlook sharply and prepares a gradual return to the Suez Canal.

Warum relevant: Die kräftig angehobene Ergebnisprognose zeigt, wie stark hohe Frachtraten die Reederei aktuell stützen, während die geplante Rückkehr auf die kürzere Suezroute zugleich zeigt, dass Hapag-Lloyd das Risiko rund um Rotes Meer und Golf differenziert einschätzt, ein Kontrapunkt zur anhaltenden Hormuz-Krise oben.

Why it matters: The sharply raised earnings forecast shows how strongly high freight rates are currently supporting the carrier, while the planned return to the shorter Suez route also shows that Hapag-Lloyd is taking a differentiated view of the risk around the Red Sea and the Gulf, a counterpoint to the ongoing Hormuz crisis above.

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Kontext

Context

Was ist neu: Hapag-Lloyd hob am 13. Juli seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich an, auf ein EBITDA von 2,7 bis 3,7 Milliarden US-Dollar (zuvor 1,1 bis 3,1 Milliarden), gestützt von anhaltend hohen Frachtraten. Zugleich signalisierte die Reederei zusammen mit Maersk (Gemini-Allianz) am 12. Juli die schrittweise, reversible Rückkehr zur Suezkanal-Route in Abhängigkeit von der Sicherheitslage im Roten Meer, nachdem Schiffe wegen der Huthi-Bedrohung monatelang um Afrika umgeleitet worden waren. Die Reederei hatte zudem am 7. Juli einen flottenweiten Konnektivitätsvertrag mit Inmarsat (NexusWave) verkündet.

What is new: on 13 July Hapag-Lloyd sharply raised its full-year 2026 earnings forecast, to EBITDA of 2.7 to 3.7 billion US dollars (up from 1.1 to 3.1 billion), supported by persistently high freight rates. At the same time, together with Maersk (Gemini alliance), the carrier signalled on 12 July a gradual, reversible return to the Suez Canal route depending on the security situation in the Red Sea, after ships had been rerouted around Africa for months because of the Houthi threat. The carrier had also announced a fleet-wide connectivity deal with Inmarsat (NexusWave) on 7 July.

Für Mitglieder

What it means for members

Für Mitglieder mit eigener Logistik oder Fracht-Exposure ist die angehobene Prognose ein Signal, dass die Frachtratenlage vorerst stabil bleibt, auch wenn die Hormuz-Krise neue Risiken für Routen im Golf schafft.

For members with their own logistics or freight exposure, the raised forecast signals that freight rate conditions remain stable for now, even as the Hormuz crisis creates fresh risk for Gulf routes.

Quellen

Sources

The Loadstar: Hapag-Lloyd raises earnings outlook for 2026 →Bloomberg: Maersk, Hapag-Lloyd Eyeing Return to Red Sea Route, Shares Fall (6.7.) →Viasat: Hapag-Lloyd fleetwide Inmarsat NexusWave roll-out (7.7.) →

MitgliederMembers

Für Mitglieder: Siemens Energy wird zu „Omterra", eigenständiger Markenname löst die Siemens-Lizenz ab.

For members: Siemens Energy becomes "Omterra," an independent brand replaces the Siemens licence.

Warum relevant: Der Namenswechsel markiert den endgültigen Schnitt von der einstigen Siemens-Konzernmutter und spart dem Unternehmen nach eigenen Angaben eine Lizenzgebühr im niedrigen dreistelligen Millionenbereich pro Jahr, während das operative Geschäft, Netzausbau, Windkraft und Umspannwerke, unverändert weiterläuft.

Why it matters: The name change marks the definitive break from the former Siemens parent and, according to the company, saves a licence fee in the low three-digit millions of euros per year, while the operating business, grid expansion, wind power and substations, continues unchanged.

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Kontext

Context

Was ist neu: Siemens Energy kündigte am 14. Juli an, sich und die Windkrafttochter Siemens Gamesa über rund 18 Monate hinweg schrittweise in eine neue, eigenständige Konzernmarke namens „Omterra" umzubenennen. Hintergrund ist eine auf zehn Jahre befristete Lizenzvereinbarung aus der Abspaltung von Siemens AG, die ausläuft; mit dem neuen Namen entfällt die Lizenzgebühr, was nach Unternehmensangaben einen potenziell dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr einspart. Das operative Geschäft bleibt unverändert, zuletzt hatte Siemens Energy im zweiten Geschäftsquartal einen Rekord-Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro gemeldet und die Jahresprognose auf 14 bis 16 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum angehoben.

What is new: on 14 July Siemens Energy announced it will gradually rebrand itself and its wind-power subsidiary Siemens Gamesa, over roughly 18 months, under a new, independent group brand called "Omterra." The background is a ten-year licence agreement from the spin-off from Siemens AG that is expiring; the new name removes the licence fee, which the company says saves a potential low three-digit million euro amount per year. The operating business remains unchanged; most recently Siemens Energy reported record order intake of 17.7 billion euros in its second fiscal quarter and raised its full-year outlook to 14 to 16 percent comparable revenue growth.

Für Mitglieder

What it means for members

Für Mitglieder ist der Namenswechsel operativ ohne unmittelbare Relevanz, Verträge und Ansprechpartner bleiben bestehen, doch Einkaufs- und Rahmenverträge mit Bezug auf „Siemens Energy" sollten im Zuge der schrittweisen Umbenennung auf Aktualität geprüft werden.

For members, the name change has no immediate operational relevance, contracts and contacts remain in place, but procurement and framework agreements referencing "Siemens Energy" should be checked for currency as the gradual rebranding proceeds.

Quellen

Sources

onvista: Neuer Name, aus Siemens Energy wird Omterra (14.7.) →World Pipelines: Siemens Energy begins preparations for the launch of an independent brand (14.7.) →

LADW im BlickLADW in focusKeine neuen Presse-Erwähnungen des LADW, seiner Gremien oder Mitglieder in den letzten 24 Stunden. Wird täglich überwacht.No new press mentions of the LADW, its bodies or members in the last 24 hours. Monitored daily.

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